Magda Bleckmann: Weibliche Kuschelkommunikation schadet der Karriere

Trotz größerem Repertoire schöpfen Frauen ihre Potentiale beim beruflichen Networking nicht aus – Mehr fordern und klare Ansagen sind gefragt.

Am 8. März ist Weltfrauentag. Und wieder wird von Frauenorganisationen zu Recht mehr Emanzipation und gleichberechtigter Aufstieg im Beruf gefordert werden. Doch die Wahrheit ist auch, dass viele Frauen ihr Potential von sich aus nicht ausschöpfen, wenn es um die eigene Karriere geht. Das zumindest meint die Expertin für Karrierenetzwerke und ehemalige Spitzenpolitikerin Magda Bleckmann. Die mehrfache Buchautorin und Spezialistin für Kommunikation und Small-Talk meint, Frauen müssten mehr fordern und die Talente, die sie im Privatleben so erfolgreich machen, auch im Job einsetzen. Weibliche Kuschelkommunikation und harmoniebetont-atmosphärisches Miteinander allein helfen nicht, Männerdomänen zu erobern. Bleckmanns Wunsch: mehr Selbstbewusstsein im Auftreten, mehr Ziele beim Networking, klare Ansagen, was sie wollen und benötigen, und die ganze Vielfalt weiblichen Kommunikations-Charmes einsetzen – dann stiegen auch die Karrierechancen.

„Frauen sind in ihren kommunikativen Fähigkeiten viel breiter aufgestellt als Männer. Sie haben ein facettenreicheres Repertoire im Ausdruck und in der Sprache. Nicht umsonst ist auch wissenschaftlich belegt, dass sie mehr Worte nutzen als Männer“, erklärt Magda Bleckmann. Allerdings setzten sie dies primär im Privaten ein, etwa wenn es darum geht, eine Freundin zum Babysitten zu überreden oder den komplexen Alltag zu organisieren mit Kindern, Beziehungen, Job und allem, was dazugehört. Im Beruf hingegen seien Frauen viel zurückhaltender – auch im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen. Wo Männer fordern, gezielt Kontakte herstellen nach dem Motto „eine Hand wäscht die andere“ und schnell auf den Punkt kommen, kommunizierten die meisten Frauen eher defensiv. Es habe den Anschein, sie suchten eher echte Freundschaften und tiefe Beziehungen statt Zweckgemeinschaften. Das ehre Frauen zwar, fördere aber nicht den Weg nach oben. Mehr lesen