Erfolg braucht Vielfalt

Daniela A. Ben Said rät Unternehmen zu Multikulti bei der Azubi-Auswahl

Vorgestern waren es hauptsächlich die Noten, die den Ausschlag gaben. Gestern achteten die Unternehmen daneben auch auf die soziale Kompetenz. Und heute setzen immer mehr bei der Auswahl von Azubis und Trainees auf Vielfalt im Hinblick auf die Herkunft der Bewerber. Eine gute und alternativlose Entwicklung, wie Daniela A. Ben Said findet. Allerdings würden Theorie und Praxis häufig noch weit auseinanderklaffen. So haben nach einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung 58,9 Prozent der befragten Betriebe noch nie einen Jugendlichen mit Migrationshintergrund eingestellt.

Die Vortragsrednerin, Unternehmensberaterin und Autorin ist selbst Migrantin und sie weiß, dass Multikulti Teams erfolgreicher macht – wenn ein intelligentes Management dahintersteht. Und das wiederum erfordere beim Thema Diversity wie bei fast allem im Leben eine Änderung von Einstellung und Sichtweise. Das Beispiel ethnische Vielfalt zeigt, was damit gemeint ist: Während sich die einen auf die Defizite konzentrieren, also etwa das nicht perfekte Deutsch des potenziellen Anlagenbauers aus dem Irak, sehen andere vor allem die spezifischen Kompetenzen der ausländischen Azubis und Trainees sowie die damit verbundenen Chancen für den Betrieb. Mehr lesen

Führungskräfte 50+ in Deutschland

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So verschleudern Unternehmen wertvolle Potenziale

Andreas W. ist fassungslos. Seit fast zwei Jahrzehnten ist er einer der erfolgreichsten Profit-Center-Leiter eines renommierten Beratungshauses, als er ohne konkreten Grund von der Unternehmensleitung das Angebot erhält, in ein „Eckzimmer“ umzuziehen. Bedeutet: Er soll seinen Platz an der Spitze des Standortes innerhalb von nur vier Wochen für einen jüngeren Nachfolger räumen und künftig nur noch als „normaler“ Consultant für das Unternehmen tätig sein. Eine wirkliche Wahlmöglichkeit hat er nicht und mit 53 Jahren stehen seine Chancen, in der Kürze der Zeit eine adäquate Alternative zu finden, eher schlecht. Also stimmt er dem Angebot zu, mit nachvollziehbaren Auswirkungen auf seine Motivation, sein Engagement und vor allem auch auf seine Loyalität. Eine „Umstrukturierung“, wie sie in deutschen Unternehmen nur allzu oft stattfindet. Das Fatale: Impuls für solche Degradierungen ist meist der Wunsch, eine Stelle mit einem leistungsstärkeren, weil jüngeren Kandidaten zu besetzen. Dafür werden wertvolle Potenziale erfahrener und loyaler Mitarbeiter einfach in die Abstellkammer verbannt und nicht mehr genutzt. In vielen Fällen eine Minusrechnung. Mehr lesen